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Europas Batterieindustrie: Ein Jahrzehnt des Niedergangs und der Weg zur Wiederbelebung

27 Nov, 2023

By hoppt

„Das Automobil wurde in Europa erfunden und ich glaube, dass es hier transformiert werden muss.“ - Diese Worte von Maroš Šefčovič, einem slowakischen Politiker und Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, der für die Energieunion verantwortlich ist, verkörpern eine wichtige Stimmung in der europäischen Industrielandschaft.

Sollten europäische Batterien jemals die weltweite Führungsrolle übernehmen, wird Šefčovičs Name zweifellos in die Geschichte eingehen. Er leitete die Gründung der European Battery Alliance (EBA) und leitete damit die Wiederbelebung des europäischen Energiebatteriesektors ein.

Im Jahr 2017 schlug Šefčovič auf einem Gipfel in Brüssel zur Entwicklung der Batterieindustrie die Gründung der EBA vor, ein Schritt, der die kollektive Stärke und Entschlossenheit der EU bündelte.

„Warum war 2017 entscheidend? Warum war die Gründung der EBA so entscheidend für die EU?“ Die Antwort liegt im ersten Satz dieses Artikels: Europa will den „lukrativen“ Markt für Fahrzeuge mit neuer Energie nicht verlieren.

Im Jahr 2017 waren BYD, Panasonic aus Japan und CATL aus China die drei größten Batterielieferanten der Welt – allesamt asiatische Unternehmen. Der enorme Druck der asiatischen Hersteller führte dazu, dass Europa in der Batterieindustrie mit einer düsteren Lage konfrontiert war und praktisch nichts vorweisen konnte.

Die in Europa geborene Automobilindustrie befand sich an einem Punkt, an dem Untätigkeit bedeutete, dass die Straßen der Welt von Fahrzeugen dominiert wurden, die keine Verbindung zu Europa hatten.

Besonders deutlich wurde die Krise angesichts der Vorreiterrolle Europas in der Automobilindustrie. Allerdings war die Region bei der Entwicklung und Produktion von Energiebatterien deutlich im Rückstand.

Die Schwere der misslichen Lage

Im Jahr 2008, als das Konzept der neuen Energie aufkam, und um 2014, als Fahrzeuge mit neuer Energie ihre erste „Explosion“ begannen, war Europa fast völlig abwesend.

Im Jahr 2015 war die Dominanz chinesischer, japanischer und koreanischer Unternehmen auf dem globalen Markt für Energiebatterien offensichtlich. Bis 2016 belegten diese asiatischen Unternehmen die ersten zehn Plätze im weltweiten Ranking der Energiebatterieunternehmen.

Nach Angaben des südkoreanischen Marktforschungsunternehmens SNE Research stammten im Jahr 2022 sechs der zehn weltweit führenden Unternehmen für Energiebatterien aus China und hielten 60.4 % des Weltmarktanteils. Auf die südkoreanischen Energiebatterieunternehmen LG New Energy, SK On und Samsung SDI entfielen 23.7 %, während das japanische Unternehmen Panasonic mit 7.3 % den vierten Platz belegte.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 wurden die zehn weltweit führenden Unternehmen für die Installation von Strombatterien von China, Japan und Korea dominiert, europäische Unternehmen waren nicht in Sicht. Dies bedeutete, dass über 90 % des weltweiten Marktes für Strombatterien auf diese drei asiatischen Länder aufgeteilt waren.

Europa musste seinen Rückstand in der Forschung und Produktion von Energiebatterien eingestehen, in dem es einst führend war.

Der allmähliche Rückstand

Die Innovationen und Durchbrüche in der Lithiumbatterietechnologie haben häufig ihren Ursprung in westlichen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Im späten 20. Jahrhundert führten westliche Länder die erste Welle der Forschung und Industrialisierung von Fahrzeugen mit neuer Energie an.

Europa war eines der ersten Länder, das Strategien für energieeffiziente und emissionsarme Fahrzeuge erforschte und bereits 1998 COXNUMX-Emissionsstandards für Kraftfahrzeuge einführte.

Obwohl Europa an der Spitze neuer Energiekonzepte steht, hinkt Europa bei der Industrialisierung von Energiebatterien hinterher und wird derzeit von China, Japan und Korea dominiert. Es stellt sich die Frage: Warum ist Europa trotz seiner technologischen und finanziellen Vorteile in der Lithiumbatterieindustrie zurückgefallen?

Verpasste Chancen

Vor 2007 erkannten die westlichen Mainstream-Automobilhersteller die technische und kommerzielle Machbarkeit von Lithium-Ionen-Elektrofahrzeugen nicht an. Europäische Hersteller, angeführt von Deutschland, konzentrierten sich auf die Optimierung traditioneller Verbrennungsmotoren wie effiziente Dieselmotoren und Turboaufladungstechnologie.

Diese übermäßige Abhängigkeit vom Markt für Kraftstofffahrzeuge hat dazu geführt, dass Europa technisch den falschen Weg eingeschlagen hat, was dazu geführt hat, dass es im Bereich der Energiebatterien nicht mehr vertreten ist.

Markt- und Innovationsdynamik

Als die US-Regierung 2008 ihre neue Strategie für Elektrofahrzeuge von Wasserstoff und Brennstoffzellen auf Lithium-Ionen-Batterien umstellte, erlebte die EU unter dem Einfluss dieses Schrittes auch einen Anstieg der Investitionen in die Produktion von Materialien für Lithiumbatterien und die Herstellung von Zellen. Viele dieser Unternehmen, darunter ein Joint Venture zwischen Bosch aus Deutschland und Samsung SDI aus Südkorea, scheiterten jedoch letztendlich.

Im Gegensatz dazu entwickelten ostasiatische Länder wie China, Japan und Korea ihre Energiebatterieindustrie rasch weiter. Panasonic beispielsweise konzentrierte sich seit den 1990er Jahren auf Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge, kooperierte mit Tesla und entwickelte sich zu einem wichtigen Player auf dem Markt.

Europas aktuelle Herausforderungen

Heutzutage ist die europäische Energiebatterieindustrie mit mehreren Nachteilen konfrontiert, darunter einer mangelnden Rohstoffversorgung. Die strengen Umweltgesetze des Kontinents verbieten den Lithiumabbau und die Lithiumressourcen sind knapp. Folglich hinkt Europa im Vergleich zu seinen asiatischen Pendants bei der Sicherung von Bergbaurechten in Übersee hinterher.

Die Aufholjagd

Trotz der Dominanz asiatischer Unternehmen auf dem globalen Batteriemarkt unternimmt Europa konzertierte Anstrengungen zur Wiederbelebung seiner Batterieindustrie. Die European Battery Alliance (EBA) wurde gegründet, um die lokale Produktion anzukurbeln, und die EU hat neue Vorschriften zur Unterstützung einheimischer Batteriehersteller eingeführt.

Traditionelle Autohersteller im Streit

Europäische Automobilgiganten wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz investieren stark in die Batterieforschung und -produktion und bauen eigene Zellfertigungsanlagen und Batteriestrategien auf.

Der lange Weg voraus

Trotz der Fortschritte hat Europas Strombatteriesektor noch einen langen Weg vor sich. Die Branche ist arbeitsintensiv und erfordert erhebliche Kapital- und Technologieinvestitionen. Die hohen Arbeitskosten und das Fehlen einer vollständigen Lieferkette in Europa stellen erhebliche Herausforderungen dar.

Im Gegensatz dazu haben asiatische Länder einen Wettbewerbsvorteil bei der Produktion von Strombatterien aufgebaut und profitieren von frühen Investitionen in die Lithium-Ionen-Technologie und niedrigeren Arbeitskosten.

Fazit

Europas Bestreben, seine Energiebatterieindustrie wiederzubeleben, steht vor großen Hürden. Obwohl Initiativen und Investitionen vorhanden sind, bleibt es eine gewaltige Herausforderung, die Dominanz der „großen Drei“ – China, Japan und Korea – auf dem Weltmarkt zu brechen.

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